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Gesellschaftslehre
schulnavi/schule/unterricht/unterrichtsfächer/gesellschaftslehre

Geschichte, die unter die Haut geht

DDR-Zeitzeuge Alexander Richter-Kariger berichtet der Klasse 10c von Haft, Unfreiheit und seinem Weg in ein neues Leben

Wie fühlt es sich an, in einem Staat zu leben, in dem die eigene Meinung gefährlich werden kann? Eine Antwort auf diese Frage erhielt die Klasse 10c am 12. Juni 2026 aus erster Hand. Zum Abschluss der Unterrichtsreihe „Leben in der BRD und DDR – Zwei Staaten, eine Nation?“ war der ehemalige politische Häftling Alexander Richter-Kariger per Videokonferenz als Zeitzeuge zu Gast. Moderiert wurde das Gespräch von Dr. Frank Hoffmann von der Ruhr-Universität Bochum.

Richter-Kariger berichtete von seiner Kindheit und Jugend in der DDR, von Einschränkungen im Alltag und der fehlenden Freiheit. Besonders eindrücklich schilderte er seine Verhaftung und die anschließende Haftzeit.

Seine kritische Haltung gegenüber dem DDR-System hatte er über Jahre in einem Roman verarbeitet. Als er Teile des noch unvollendeten Manuskripts an eine Freundin in Westdeutschland schickte, wurde das Ministerium für Staatssicherheit auf ihn aufmerksam. 1982 wurde er verhaftet und elf Monate in Untersuchungshaft festgehalten. Wegen angeblicher „staatsfeindlicher Hetze“ wurde er schließlich zu sechs Jahren Haft verurteilt. Insgesamt verbrachte er zweieinhalb Jahre in einem Stasi-Gefängnis.

Auch seine Familie bekam die Folgen zu spüren: Sein Vater, Musiker im Polizeiorchester Potsdam, verlor am Tag seiner Verhaftung seine Arbeitsstelle. Richter-Kariger berichtete zudem von schwierigen Haftbedingungen und einem Verfahren, bei dem die Verteidigung seines Anwalts kaum mehr als Formsache gewesen sei.

1985 kam er durch den sogenannten Häftlingsfreikauf der Bundesregierung frei und gelangte nach Westdeutschland. Nach seiner Ankunft in Gießen fand er später in Emsdetten eine neue Heimat, gründete eine Familie und begann ein neues Leben.

Heute gibt Richter-Kariger seine Erfahrungen als Zeitzeuge weiter. Rund 15 bis 20 Veranstaltungen besucht er jährlich. Auch bei seinem virtuellen Besuch an der Gesamtschule Aspe nahm er sich anschließend viel Zeit für die zahlreichen Fragen der Schüler*innen.

Für die Gesellschaftslehre- und Geschichtslehrerin Zeynep Yilmaz sind solche Begegnungen eine wichtige Ergänzung des Unterrichts. Zeitzeugenberichte machten Geschichte greifbar, vermittelten historische Ereignisse aus persönlicher Perspektive und gäben den Menschen hinter den Ereignissen ein Gesicht.

Der Besuch hinterließ bei der Klasse 10c einen nachhaltigen Eindruck. Die persönlichen Schilderungen machten deutlich, wie wertvoll Freiheit, Demokratie und Meinungsfreiheit sind – und warum es wichtig ist, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen.

Ref. 1168 

Das Fach Gesellschaftslehre


Wer nicht fragt, bleibt dumm!

  • Wie lebten die Menschen im alten Ägypten?
  • Wie werde ich Bundeskanzler/in?
  • Wie funktioniert eigentlich ein Vulkan?
  • (...)
Das Fach Gesellschaftslehre ist an Gesamtschulen ein etabliertes Unterrichtsfach. Es vereint drei Fächer, die in vielen Fällen miteinander verwoben sind. In Gesellschaftslehre vereinen sich die Fächer Erdkunde, Politik und Geschichte.

Besonderheiten des Faches: Lernbüro und Differenzierung
In den Jahrgangsstufen 5 – 10 findet der Unterricht in Gesellschaftslehre dreistündig (im neunten Schuljahr sogar vierstündig) im gesamten Klassenverband statt.
Neben dem klassischen Basisunterricht gibt es eine wöchentliche Stunde im Lernbüro. Hier erwerben die Kinder zum Beispiel einen eigenen Atlasführerschein (Jahrgang 5),  bauen kleinere Steinzeithöhlen (Jahrgang 6), oder erstellen eigene ägyptische Kleidungsstücke, die auf einer regelmäßig stattfindenden Ägyptenmesse präsentiert werden.
Im Lernbüro des Faches legen wir viel Wert darauf, dass die Schüler und Schülerinnen das Präsentieren und Diskutieren trainieren, aber auch in Form von längeren Gruppenarbeiten praktische Dinge herstellen und sich gegenseitig vorstellen.

Klassische und moderne Medien vereint…
Neben dem Einsatz von digitalen Medien (Tablets, Computer) für die Recherche und das Präsentieren von Lernprodukten arbeiten wir in enger Zusammenarbeit mit der Schülerbibliothek zusammen. Hier können die Kinder eigenständig und selbstverantwortlich zu Themen Bücher in die Hand nehmen und lesen.

Ein bekanntes Lernbürobeispiel (Jahrgang 6): Die Ägyptenmesse…
Im Jahr 2017 fand die erste Ägyptenmesse statt. Neben Vorträgen und Plakatpräsentationen wurde am Ende der Veranstaltung eine kleine antike Modenshow durchgeführt. Dafür wurde das Pädagogische Zentrum kurzerhand in einen Catwalk umgewandelt, wo die Schüler ihre tollen ägyptischen Kleider und Schmuckstücke unter den interessierten Blicken der Mitschüler präsentieren durften.
Ref. 366 

Erinnerungskultur im Unterricht


Zehntklässler lernen Geschichte vor Ort

Wie lässt sich Geschichte lebendig vermitteln? Der 10. Jahrgang setzte sich im GL-Unterricht intensiv mit dem Thema Erinnerungskultur auseinander – nicht nur im Klassenzimmer, sondern auch an außerschulischen Lernorten.

Im Januar nahmen die Klassen 10a, 10b und 10c an geführten Stolpersteine-Touren durch Bad Salzuflen teil. Dabei erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über die Lebensgeschichten jüdischer Bürgerinnen und Bürger aus der Stadt, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Die Stolpersteine im Stadtbild machten deutlich, dass sich diese Schicksale mitten im heutigen Alltag verorten lassen. Besonders bewegend war für viele Jugendliche die Erkenntnis, dass es sich um Menschen handelte, die einst in ihrer eigenen Stadt lebten.


Am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, besuchten die Klassen gemeinsam mit ihren Lehrkräften das Landestheater Detmold und sahen die Inszenierung „Anne Frank“. Das Theaterstück eröffnete einen emotionalen Zugang zur Geschichte des jüdischen Mädchens und regte zur Auseinandersetzung mit Themen wie Ausgrenzung, Angst, Hoffnung und Menschlichkeit an.

Ein weiteres gemeinsames Erlebnis folgte während der SchulKinoWochen: Der gesamte Jahrgang besuchte am 5. Februar die FilmBühne Bad Salzuflen und sah den Film „Amrum“. Auch hier standen Fragen von Erinnerung, Verantwortung und dem Umgang mit Geschichte im Mittelpunkt.



Geschichtslehrerin Zeynep Yilmaz betont die Bedeutung solcher Lernformen: „Als Geschichtslehrerin empfinde ich es als ein Muss, Erinnerung greifbar zu machen. Gerade außerschulische Lernorte eignen sich dafür besonders gut – sie machen Geschichte lebendig und erfahrbar.“

Die verschiedenen Exkursionen zeigen, wie wichtig es ist, Erinnerungskultur aktiv zu gestalten. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet das, Geschichte nicht nur zu lernen, sondern sie zu hinterfragen und daraus Verantwortung für Gegenwart und Zukunft abzuleiten.

Ref. 1145 

Ingo Tünker im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern des siebten Jahrgangs

Seit 1990 ist Ingo Tünker Polizist in Bad Salzuflen. Vorher kam er viel herum. In den 80er Jahren war er bei den großen Anti-Akw-Demos dabei. An Flughäfen war er verantwortlich für die Sicherheit der Passagiere. In seiner derzeitigen Tätigkeit ist der Polizeihauptkommissar im Bezirksdienst in Werl-Aspe und Wülfer aktiv. Als „Dorfsheriff“ ist er Ansprechpartner für alle Schulen in seinem Bezirk. An Primarschulen ist die Verkehrserziehung ein wesentlicher Schwerpunkt seiner Arbeit: Zahlreiche SchülerInnen der GE Aspe kennen Tünker von ihrer Fahrradprüfung in der Grundschule.

Auf Initiative der GL-Lehrkräfte Zeynep Yilmaz, Carina Jasperneite und Torben Pohl berichtete Ingo Tünker den Schülerinnen und Schülern unseres 7. Jahrganges von seinem Alltag. Er informierte über seine persönliche Ausrüstung und klärte die Jugendlichen über ihre Privilegien und Pflichten im Rechtsstaat auf.

Ein bisschen Abschreckung gab es auch: Bilder von spartanischen Sanitäranlagen aus dem Jugendarrest in Lemgo oder von hochgeklapppten Betten in der Jugendarrestanstalt in Lünen, die mit ihrem patinierten Charme der 50er Jahre auch den delinquenten, jugendlichen Gästen aus Lippe immer mal wieder als provisorische Herberge aufwartet.

Größtes Bedürfnis von Tünker ist es jedoch, mit den Jugendlichen in seinem Bezirk ins Gespräch zu kommen, ihnen zuzuhören, ihnen als Ratgeber zur Seite zu stehen. Das „gesprochene Wort“ ist Tünkers wichtigste Waffe - gerade in der Gewaltprävention.

Ref. 1013 

Zeitzeuge berichtet über seine spektakuläre Flucht aus der DDR

Einblick in die Stasi-Akten. Zeitzeugenbesuch im GL-Unterricht der 10 A

Jost Elliesen ist 13 Jahre alt, als er 1980 mit seinen Eltern im Kofferraum eines burmesischen Diplomatenfahrzeugs aus Ostberlin in den Westen flüchtet. Erst unmittelbar vor der Flucht weihen ihn seine Eltern über ihr Vorhaben ein. Sie fürchten, eine unbedachte Äußerung ihres Sohnes könnte die Staatssicherheit auf den Plan rufen, und die minutiös geplante Flucht in letzter Minute verhindern. Ein Scheitern hätte womöglich lange Haft und Folter sowie die Freigabe des Sohnes zur Adoption an linientreue SED-Parteifunktionäre bedeutet. Doch der Plan glückt: Über den Checkpoint Charlie gelingt die „Einreise“ nach Westberlin. Für den Teenager Jost Elliesen ein Abenteuer. Für seine Eltern eine unfassbare Erleichterung. Doch die Angst vor dem langen Arm der Stasi, die Flüchtlingsunterkünfte im Westen infiltriert und auch nicht vor Entführung und Mord auf bundesdeutschem Boden zurückgeschreckt, zwingt die Familie zunächst in der BRD bei einem Verwandten unterzutauchen, und sich erst nach drei Tagen als geflüchtete DDR-Bürger zu erkennen zu geben.
Erst nach dem Mauerfall erfuhren die Elliesens, dass die Angst vor der Stasi und einem Scheitern der Flucht nicht unbegründet war. Ein enger Freund der Familie spionierte die Elliesens jahrzehntelang aus, z.B während des gemeinsamen Urlaubs mit dem Segelboot. Er, der „Freund“, war sog. IM – „Inoffizieller Mitarbeiter“ der Mielke-Behörde, der seinem Dienstherrn selbst die unwichtigsten Details aus dem Familienleben der Elliesens verriet.
Nach Einsicht in die Stasi-Akten, die die Sicherheitsorgane im Honecker-Staat zusammengetragen hatten, erfuhr Jost Elliesen von der akribischen Bespitzelung seiner Familie.
Gefesselt wie von einem Spionagethriller lauschten die Schüler/innen der 10 A den anschaulichen Schilderungen des ehemaligen DDR -Bürgers Elliesen, der aus der Retrospektive auch Positives aus der Sowjetischen Besatzungszone zu berichten wusste: die Rolle der Frau etwa oder das gut funktionierende Gesundheitssystem mit den zweckmäßigen Polikliniken. Während die Frauen in der BRD häufig nur auf dem Papier gleichberechtigt waren, standen sie den Männern bez. ihrer Rechte, Privilegien und Pflichten im Arbeiter- und Bauernstaat in nichts nach. Die Flucht hat Elliesen jedoch nie bereut.
Seine Stasi-Akte hat er den Schüler/innen der 10A zur Ansicht mitgebracht. Die Jugendlichen konnten sich kaum von den spannenden Dokumenten lösen.


Ref. 465 

Bielefelder Woche - Klasse 6d

Bielefelder Klimawoche 2017 – Die Handy-Connection

Im Rahmen der Bielefelder Klimawoche nahm die Klasse 6d der Gesamtschule Aspe am Workshop „Die Handyconnection – eine detektivische Spurensuche“ teil. Die SchülerInnen lernten in diesem Workshop viel über die Entstehung und Produktion von Smartphones. Im Rahmen einer detektivischen Spurensuche mussten sie mit Hilfe ihrer Smartphones einen fiktiven Mordfall im Umfeld der Smartphone Produktion aufklären. Begleitet wurden sie von ihrer Klassenlehrerin Katharina Lutterbeck und der Sozialarbeiterin Alexandra Kesik.

Ref. 347 
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Di 08:00-13:00
Mi 08:00-15:00
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Unser Sekretariat ist zu den angegebenen Zeiten geöffnet.

Städtische Gesamtschule Aspe
Paul-Schneider-Straße 5
32107 Bad Salzuflen
Fon: (0 52 22) 95 26 26
Fax: (0 52 22) 95 26 27
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