Schüleraustausch: Gesamtschule Aspe in St Affrique
«Projekt: Durch Begegnung Vorurteile abbauen»
Vom 15.5. bis 25.5.2019 besuchten 20 Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule ihre Austauschpartner in Südfrankreich
War das eine Aufregung, als sich 20 nervöse Schülerinnen und Schüler der Klassen acht und neun und ihre beiden Lehrerinnen Michaela Gelke und Yvonne Linke an diesem Mittwochmorgen am Flughafen Hannover trafen! Für einige Jugendliche sollte es der erste Flug werden.
In Montpellier, einer hübschen Stadt in Südfrankreich, verbrachte die Gruppe zuerst zwei Tage, bevor es am Freitag nach St Affrique ging. Die Stadt ist bekannt für ihre historische Altstadt und die nette Atmosphäre, aber den Schülerinnen und Schülern gefiel vor allem das Picknick im Stadtpark gut. Es war auch recht unkompliziert, mit dem Stadtbus an den Strand zu fahren. Das Wetter war durchwachsen und das Mittelmeer noch sehr frisch, aber ein Nachmittag im Badeort Palavas-les-Flots war ein echtes Highlight!
Am Freitag kamen die Schülerinnen und Schüler aus St Affrique ebenfalls nach Montpellier. Ein fröhliches Wiedersehen nach sechs Monaten!
Am Nachmittag sahen die Schülerinnen und Schüler den Film «Les crevettes paillettées» im Kino, der das Thema Homophobie auf sehr lustige Weise anspricht. Er sollte die Teilnehmenden einstimmen auf die geplante Projektarbeit zum Thema Vorurteile.
Die Unterbringung in den Gastfamilien ermöglichte den Jugendlichen einen Einblick in die französische Kultur und Lebensweise. In der Woche nahmen sie am Unterricht teil und entdeckten die Kleinstadt St Affrique und die Umgebung. Manch einer (oder eine) wird sich noch lange an die tolle Wanderung am naheliegenden Felsen Caylus vorbei erinnern, bis hoch zum Dolmen de Tiergues (beeindruckender Megalith am Wegesrand).
Die Käserei Roquefort liegt ganz in der Nähe von St Affrique, so dass sich eine Besichtigung anbot, bei der die Besucher den Blauschimmelkäse probieren konnten.
Während der Schulwoche konnten die Schülerinnen und Schüler aus Aspe am Unterricht der französischen Klassen teilnehmen, in der Mensa essen und beim Sportunterricht die Sportart «Ultimate Frisbee» ausprobieren.
Ganz besondere Aufmerksamkeit widmeten die Teilnehmenden jedoch dem Theaterstück, das als Ergebnis der Reflexion zu Vorurteilen von den Jugendlichen und den Lehrerinnen vor Ort entwickelt, geschrieben und am letzten Abend aufgeführt wurde. Die Eltern, Geschwister und andere Gäste des Abschiedsabends waren berührt von der Botschaft der jungen Leute:
«Lasst uns selbst sehen, wie die Anderen sind, damit wir uns unsere Meinung bilden können.»
Genau das war und ist das Ziel der Austausche, die die Gesamtschule Aspe und das Schulzentrum Jean-Jaurès organisieren: vorgefertigte Meinungen über die Kultur des Anderen hinterfragen, sich als Menschen begegnen, Freundschaften schliessen und über die Vorurteile hinweg den Horizont erweitern.
Vielleicht kann unser Austausch so ein kleiner Baustein auf dem Weg der Völkerverständigung sein.